Da Summa is umma

Der Sommer endet, laut meteorologischer Jahreszeit, am 31. August, aus astronomischer Sicht erst am 23. September. Auch wenn hier gut drei Wochen dazwischen liegen, das aktuelle Wetter lässt nichts mehr von der Hitze vermuten, welche bis vor einigen Tagen noch unerbittlich gewüstet hat.

Was hat das aber jetzt mit dem Sommer auf sich, dass alle so verrückt danach sind?
Sich in der Sonne räkeln, den ganzen Tag an irgendwelchen Badeseen oder am Strand liegen, bis in die Nächte hinein draußen sitzen und mit seinen liebsten Mädls tratschen und dabei hippe In-Getränke der Saison genießen und den stählernen oder abgemagerten Körper bei jeder Gelegenheit zur Schau stellen.
Das sind nur ein paar Dinge, die der Großteil der Menschen gerne macht, wenn es draußen „schön“ ist.
Das Sommerwetter, oder viel mehr die Sonne selbst, hat allgemein den Ruf des „schönen Wetters“. Wer hat ihr aber dieses Attribut verliehen? Warum ist Sonnenschein schönes Wetter und Regen bzw. Wolken, schlechtes Wetter?
Ihr merkt vielleicht, wo die Reise hin geht? Richtig – ich bin kein Freund vom Sommer. Und ich kann euch vollkommen plausibel erklären warum nicht.
Sonne verursacht Hautkrebs, man bekommt dadurch unschöne Falten und eine ledrige Haut. Sonnencreme, die vor den UVA und UVB Strahlen schützt, klebt überall und man muss diese bei der obligatorischen täglichen Dusche abwaschen.
Die tägliche, Haut austrocknende Dusche, ist deshalb erforderlich geworden, weil man, auch ohne körperliche Anstrengung sofort anfängt zu schwitzen. Aus jeder einzelnen Pore strömt literweise Flüssigkeit, jeder Augenaufschlag, jeder Atemzug, jeder Herzschlag sind Bewegung zu viel bei Temperaturen über 20 Grad.
Eine Kopfbedeckung wird allgemein natürlich auch empfohlen, damit die verbliebenen Gehirnzellen nicht auch noch das zeitliche segnen. Doch was passiert unter einer Kappe oder einem Hut? Man schwitzt wieder. Die mühevoll gestylten Beach-Waves sind somit für’n Arsch.
Bei Wikingern, wie ich einer bin, genügt der schiere Gedanke an die Sonne und ich habe einen Sonnenbrand am ganzen Körper. Dieser geht aber nicht in eine knackige Bräune über, ich spiele hier eine umgekehrte österreichische Fahne – weiß rot weiß.
Natürlich hat man sich den ganzen Winter über, nach Weihnachten versteht sich, abgerackert, um seinen durchtrainierten Body am Strand, im Café oder der Disco vorzuführen. Dieser ist nicht nur gebräunt am schönsten, sondern auch aalglatt. Rasieren ist daher ein tägliches Muss für Männer und Frauen. Niemand mag schließlich stoppelige Beine oder Achseln.
Für die glücklichen Hausbesitzer hat der Sommer noch weitere Vorteile: Schnecken und Ungeziefer machen sich auf dem liebevoll gestalteten Rasen breit. Schnecken fressen die feinen Tomatenpflänzchen, Gelsen und Stechmücken machen zusätzlich die Nächte zu Tagen, in welchen man verärgert Jagd auf diese Plagen macht.
Wenn denn dann der Rasen doch einmal wächst, sofern ihn die Sonne nicht verbrannt hat, dann heißt es auch noch Blumen gießen und Rasenmähen – jede Woche, unter der sengenden Sonne!
Aufgrund der so klug überdachten 9 wöchigen Sommerferien ist es für Familien nur möglich, während der absoluten Hauptsaison auf Urlaub zu fahren. Und wo wollen die meisten Familien mit Kindern hin? Ans Meer. In einen Club, wo die Animateure die Kinderbetreuung für zwei Wochen übernehmen. Doch diesen Gedanken bzw. diese Möglichkeit nutzen auch zig andere Familien weswegen in den Monaten Juli und August die Stände aus allen Nähten platzen, sich Handtuch auf Handtuch reiht und sich um Sonnenliegen geprügelt wird. Nach mehrstündigem Flug zum Urlaubsziel steht man dann abends am Buffet und das einzige was man bekommt sind Pommes, Würstl und Schnitzel – weil man es ja zu Hause nicht das ganze Jahr über vorgesetzt bekommt oder vorsetzt.
Für Eltern ist so ein Sommer-Familien-Urlaub purer Stress. Das verrät nicht nur der Gesichtsausdruck sondern auch die Erzählungen, wenn sie dann von der tollen Reise zu Hause berichten.
Alles in allem bietet so ein heißer Sommertag im August ALLES, was man so überhaupt gar nicht braucht!