Wenn Frau zur Mami wird

Aus gegebenem Anlass, ich habe selbst vor wenigen Monaten erst geworfen, möchte ich heute erzählen, wie es ist, bzw, wie es war, Mutter zu werden.
Ja ich weiß, das machen viele und ja ich weiß auch, das machen viele mit einem nicht allzu ernst gemeinten Hintergrund. Aber wenn wir Fernsehserien und Filme zigmal schauen können ohne dass sie uns am Arsch gehen, dann darf ich doch wohl erwarten, dass auch das Thema zum wiederholten Mal gelesen wird – Dankeschön!
Um Mutter zu werden braucht man zunächst mal einen Mann. Gehen wir davon aus, diesen Punkt abgehakt zu haben. Also Mann, vorhanden, weiter.
Im nächsten Schritt gehen wir auch davon aus, dass die Befruchtung funktioniert hat und sich die glückliche Frau gravid nennen darf. Und mit dieser Gravidität geht es los.
In einer Schwangerschaft ist so ziemlich alles normal, was so als Nebenwirkung daherkommt. Von oben nach unten:
Haarausfall und/oder fettiges Haar, Schwangerschaftsakne, Brecherei, Fresserei, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, wachsende Brüste, den nona wachsenden Bauch und einfach alles verschiebt und weitet sich, Wassereinlagerungen – Ödeme, wie man es fachmännisch nennt, Rückenschmerzen, wachsende Bodenhände (das unterhalb der Knöchel worauf wir gehen. Das andere Wort kann ich nicht schreiben, ohne bei mir eine Brecherei hervorzurufen), juckende Haut, extreme Müdigkeit, Übelkeit und zu guter Letzt noch Stimmungsschwankungen. Ich hab bestimmt etliche vergessen, ich hab jetzt mal nur die genommen, an die ich mich noch erinnern kann.
Das Schöne ist ja, diese Symptome wechseln sich ab. Man hat nicht alles auf einmal, sondern der Körper denkt sich immer neue kuriose Kombinationen dieser Erscheinungen aus und überrascht die werdende Mutter meist über Nacht.
In Österreich können wir erfreulicherweise sehr früh den wohlverdienten Mutterschutz antreten, sodass ebengenannte jede Menge Zeit hat, zu googeln.
Oh mein Gott, was habe ich gegoogelt. Ich hatte schon befürchtet Google ausgelesen zu haben.
Werdende Mütter vergessen zu oft, dass das kleine Dingsbums da in ihrem Bauch ein Individuum wird, so wie wir es alle sind und das absolut nichts von dem was diese klugscheißerischen Foren ausspucken hilfreich ist.
Frauen sind mit einem großartigen Instinkt ausgestattet (zumindest was das Mami-sein betrifft) und auf den wird mal ganz gepflegt geschissen, wenn man im Internet etwas anderes findet.
Jaaa gut, ich war natürlich auch nicht anders, aber nochmal: wir haben eben ZEIT in der Karenz!!! Was sollten wir sonst tun?
Und mit all diesen Weh-Wehchen und Gedanken wuchten wir uns von Arzttermin zu Arzttermin und hoffen jedes Mal, dass alles passt.
Die neun Monate bis zum ET (errechneten Geburtstermin) vergehen, zumindest rückblickend, wie im Flug. Und schon ist er auch schon da: der jüngste Tag! Tag der Abrechnung! Tag der Entscheidung.
Da ich davon ausgehe, dass auch ein paar Männer das lesen schreibe ich einfach ganz unverblümt, trocken und ehrlich wie eine Geburt eben ist: das kleine Baby kommt auf einem weißen Wölkchen ganz sanft aus einem Vagina-Hintertürchen (nein, nicht  dem After, ein anderes, ganz geheimes) herausgeflogen und bettet sich, frisch gestriegelt, gewaschen und angekleidet in Papas starke Arme – so ist die Geburt und nicht anders!
Alle Beschwerden, die Frau während der letzten Monate verfolgt, gepeinigt und gequält haben, sind plötzlich dahin und es ist einfach alles wurscht, was bis zu jenem Zeitpunkt war.
Die erste Zeit im Krankenhaus unter Aufsicht empfinden alle Mamis anders. Aber dann kommt der Tag, wo man nach Hause darf. Und ich weiß nicht, ob es anderen auch so ging wie mir, mir war im ersten Moment nicht klar, dass ich unser Baby jetzt tatsächlich mit nach Hause nehmen muss.
Und da sind wir nun.
Hoffen, jeden einzelnen Tag unbeschadet zu überstehen und allem voran die Nächte, die so unglaublich anstrengenden Nächte. Handeln uns, wie im Job, von Wochenende zu Wochenende, wo uns unser geliebter Partner das kleine Wesen für ein paar Minuten abnehmen kann und Mami endlich mal Zeit hat, sich die paar wenigen Haare zu waschen und sich die Zähne zu putzen.
…und da in meinem Leben derzeit nicht viel Spannendes passiert, gibt es gewiss noch weitere Geschichten über Mama’s und Babies (gibt ja nicht schon genug in den unendlichen Weiten des www).