Gestatten, Gourmet Banause!

Das Thema Essen und Ernährung ist in unserer Zeit allgegenwärtig. War bestimmt auch schon früher so, in der Steinzeit haben die fleißigen Habilisis, Erectussen und Sapiense den ganzen Tag gejagt um die Familie und den Stamm ernähren zu können.
Heute ist es bedeutend einfacher – oder aber auch nicht. Geschmäcker sind verschieden und so bevorzugt auch jeder eine andere Art von Kulinarik.
Für manche reicht es, sich fünf Tage die Woche von fertigen Burgern und Curry Würsten aus der Kühlung im Supermarkt zu ernähren. Für andere wiederum darf es gern drei Mal die Woche etwas vom Hauben-Restaurant sein.
Ist ja gut, dass es so eine breite Auswahl gibt, aber… ja, und ihr wisst bestimmt was jetzt kommt? Richtig: wiedermal etwas, das ich nicht verstehe!
Restaurants mit „guter Küche“ (wer auch immer das als solche tituliert) werden von erlesenen Gaumen prämiert und mit Hauben, Sternen, Punkten oder was auch immer ausgezeichnet. Dies wiederum befähigt sie dazu, einen horrenden Preis für ihre Kreationen zu verlangen.
Der Kriterienkatalog um hier gut auszusteigen ist lange und erschließt sich mir manchmal nicht ganz: „Wie sinnvoll werden die Produkte verwendet (z. B. förderliche oder sinnlose Pürierung, unterstützende oder erschlagende Saucen / Dressings / Marinaden)“.
Nahrungsaufnahme ist schon lange keine Notwendigkeit mehr, sondern für viele ein sich über Stunden hinziehender Genuss.
In feinstem Ambiente nehmen die Gourmets Platz, werden gleich nach der Getränkebestellung vollgestopft mit Brot und diversen kaltgepressten Ölen. Im Abstand von 10-30 Minuten kommt dann immer mal wieder ein kleines Tellerchen aus der Küche, auf welchem sich fünf bunte Kleckse befinden. Akkurat angerichtet, jede Portion in derselben Form, dieselbe Menge, derselbe Schwung beim Anrichten.
Fischöl und Schokolade werden als Dessert gereicht und den Armen wird tatsächlich eingeredet, dass es sich hier um einen einzigartigen, kulinarischen Hochgenuss handelt.
Speisen wie „Wurstnudeln“, „Gröstl“ oder einen „Grenadier-Marsch“ findet man nicht auf diversen Speisekarten. Auch den allseits so beliebten „Wochenrückblick“ sucht man vergebens. Aber möglicher Weise wäre das genau DAS Highlight, welches Touristen aus aller Welt anzieht. „Essen wie bei Mutti z’Haus“ – das authentische und echte kennenzulernen wünschen sich vor allem Touristen bei einem Besuch in weiter Ferne.
Unschwer zu erkennen bin ich kein Freund von diesen stundenlangen Fress-Orgien. Nicht nur die Geldbörse ist danach leer, sondern auch noch der Magen. „Wenn mich wer sucht, ich bin im Kühlschrank!“ – bei uns ein Insider für ein nicht sonderlich ausgiebiges Mahl. Und um hier abschließend meinen Vater noch zu zitieren: „Du bist ein absoluter Banause!“.