Ich kacke auf den Tisch

Wenn wir noch klein sind, ist es uns gleichgültig welcher Wochentag gerade ist. Montage sind mit denselben Emotionen behaftet wie Freitage. Zwar ist an fünf von sieben Tagen Kindergarten oder Schule, aber im Grunde ist es egal, weil wir als Kind ja sowieso nur den ganzen Tag spielen.
Wenn wir dann älter werden, fiebern wir dem Datum entgegen, wo wir dann endlich fortgehen dürfen. Freitags und samstags wird ordentlich gefeiert und dann wieder fünf Tage Schule, Studium oder Arbeit.
Irgendwann hört sich das aber dann auch auf. Spätestens wenn wir in der Disco gefragt werden: „Und, wen holst du ab?“ wird uns bewusst, jetzt sind wir offiziell zu alt und sollten doch lieber zu Hause bleiben.
Aber was machen wir dann an den Freitag- und Samstagabenden?
Die eine Gruppe versucht verbissen noch Lokalitäten zu finden, für welche sie nicht zu alt sind um trotzdem fortgehen zu können.
Die zweite Gruppe hat sich damit abgefunden und bleibt einfach zu Hause und schaut fern oder verschläft diese zwei heiligen Tage.
Und dann gibt es da noch die dritte Gruppe, die so Sachen wie „Pärchen-Abende“ oder „Spiele-Abende“ mit Freunden organisieren.
Bei solchen Spiele-Dates ist schon mal der Beginn bzw. die Organisation eine Herkules-Aufgabe. In Whats App Gruppen finden monatelange Diskussionen statt wer wann kann und wann nicht. Die einen können nur unter der Woche, die anderen nur am Wochenende und es gibt in jedem Freundeskreis welche, die erst in zwei bis fünf Jahren Zeit haben.
Wenn der Mond, Uranus, die Venus und Sonne im richtigen Winkel zum Pluto stehen, dann kann es aber vorkommen, dass sich ein passender Termin findet und endlich der langersehnte Spiele-Abend zustande kommt.
Mit Pünktlichkeit ist dann aber nicht jedermann gesegnet. Wenn es heißt: Treffpunkt um 19:00 Uhr, dann haben einige die Uhren noch nicht umgestellt und stehen um 18:00 Uhr schon auf der Matte. Andere wiederum glauben, dass 22:00 Uhr noch als akzeptable, vornehme Verspätung gilt.
Ganz gleich für welche Art von Abendgestaltung sich die Freunde dann entscheiden, es wird immer einen oder mehrere geben, die darauf keine Lust haben.
Ein Teil hat kein Verlangen danach fernzusehen, weil das könne man ja auch alleine. Außerdem kann es vorkommen, dass die Augen während eines mächtig spannenden Films schwer werden und die Körperbeherrschung etwas auf Abwege gerät. Natürlich möchte sich niemand diese Blöße geben.
Wenn ein Spiele-Abend geplant wird, gibt es immer welche, und dazu gehöre jetzt ich, die einfach mal ganz schlechte Verlierer sind. Am schlimmsten ist das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“. Wir wissen alle, wenn zu uns jemand sagt: „Schau nicht nach links“, dann schauen wir nach links. Und wenn jetzt ein dämliches Brettspiel zu mir sagt: „Mensch ärgere dich nicht“, dann kann sich bestimmt jeder vorstellen, was man tut??? Richtig: man rastet komplett aus, schmeißt die Würfel, die Steine und das Spielbrett durch das Zimmer, fängt an zu toben, weinen und zu schreien und im Endeffekt enden dann alle erhitzten Gemüter vorm Fernseher und spülen sich mit Bier, Schnaps und Wein den Frust runter.
Wahrscheinlich werde ich deshalb niemals zu sowas eingeladen …